Der „Offene Treff“ ist eine Tages- und Begegnungsstätte des Diakonischen Werks für psychisch belastete und erkrankte Menschen und befindet sich normalerweise in der Hauptstr. 94. in Schopfheim.

Da unser reguläres Wochenprogramm mit gemeinsamem Kochen, Singen, Werkeln usw. zurzeit pandemiebedingt nicht voll umsetzbar ist, sind wir sehr dankbar für Möglichkeiten, Begegnungen und Betätigungen draußen stattfinden zu lassen und für Abwechslung zu sorgen.

So wurde auch der Vorschlag, die Solawi Möhreblick zu besuchen mit großem Interesse aufgenommen und am 29. Juli machte sich eine Gruppe von 13 Interessierten Besuchern, ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern auf den Weg nach Kürnberg. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, weder war es zu heiß, noch erwischte uns einer der dieses Jahr so häufigen Regenschauer.

Da Andreas, der Gärtner, noch unterwegs war, ließen wir uns auf den mitgebrachten Sitzgelegenheiten nieder und genossen die schöne Stimmung hier beim Feld und den ersten Schluck Kaffee. Kurz danach kam auch schon Andreas und informierte uns über die Hintergründe und Entstehungsgeschichte der „Solawi Möhreblick“. 

Beim anschließenden Rundgang stellte sich heraus, dass viele der TeilnehmerInnen sich ganz gut auskannten mit den Gemüsesorten: Fast alles außer den Pastinaken war bekannt: Mangold, Rote Beete, Zucchini, Möhren, Bohnen und vieles andere. Viele waren mit einem großen Hausgarten oder sogar einer kleinen Landwirtschaft groß geworden. Es wurden zahlreiche Fragen zum Anbau gestellt, die Andreas uns bereitwillig beantwortete: Wie wird gedüngt? Was ist mit dem Unkraut? (Das ist teilweise sogar nützlich, weil es die Schädlinge ablenkt). Warum sind über den Kohlgewächsen Netze? (wegen der Kohlweißlinge). Besonders spannend waren der Einsatz der Nützlinge in den Folientunnels. Andreas zeigte uns die Erdhummeln, die zur Befruchtung der Tomaten eingesetzt werden. Aufgrund des kühlen Wetters waren sie an diesem Tag etwas träge und mussten aus ihrem Karton gerüttelt werden.

So mancher Tipp für den eigenen Garten wurde dankbar entgegengenommen, manche nutzten auch gerne die Gelegenheit, sich noch etwas Kamille für zuhause zu sammeln.

Nach dem sehr interessanten Rundgang, der für manche der Teilnehmer aufgrund des unebenen Geländes schon eine kleine Herausforderung war, machte sich ein Teil der Gruppe noch daran, den durch den Hagel arg in Mitleidenschaft gezogenen Mangold auszuputzen. Es galt, die gelöcherten Blätter zu entfernen, jedoch das Herz stehen zu lassen, damit der Mangold neu austreiben würde.

Diese Tätigkeit im Bücken konnte nur ein kleiner Teil der Gruppe ausführen. Einige der etwas weniger gelöcherten Blätter wurden für das Abendessen eingepackt.

Anschließend wurde mit allen zusammen das mitgebrachte Picknick verzehrt.

Der Ausflug zur Solawi hat den Teilnehmern sehr gut gefallen. Andreas hat sich wirklich sehr viel Zeit genommen und sehr viel interessantes über den ökologischen Gemüseanbau erklärt. 

Sehr gerne würde die Gruppe wieder kommen, einige würden sich auch gerne nützlich machen bei einem Arbeitseinsatz, andere, für die dies zu anstrengend wäre, einfach um die schöne Atmosphäre hier zu genießen und vielleicht einmal am Feuer Stockbrot zu machen. 

Rückblick einiger AusflugsteilnehmerInnen:

„Ich fand es interessant und es hat mir großen Spaß gemacht, mitzuhelfen.“

„Es war schön und idyllisch. Das Wetter war schön und der Weitblick. Ich habe sogar die Alpen gesehen! Andreas hat sehr ausführlich erklärt, vieles war mir bekannt, aber ich habe auch viel neues erfahren. Zum Beispiel über Mischkultur: Auf den ersten Blick sieht es ja wie Kraut und Rüben aus, da war es interessant zu erfahren, dass vieles sinnvoll geplant ist und zum Beispiel Schädlinge abgewehrt werden.“

„Ich fand es sehr schön dort in der Gegend. Leider hatte ich an dem Tag Schmerzen und bin darum sitzen geblieben. Schön, dass ich da oben sein konnte.“

„Mir hat es gut gefallen und ich fand es gut, dass ich mich noch nützlich machen konnte.“

Bericht von Andrea Singer, Sozialarbeiterin im Offenen Treff

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